Der Satz der Woche (# 1, Kalenderwoche 3)

„Mir steht frei, wie ich meiner Wege g.“

Raymond Queneau, „Zazie in der Metro“, 1959
xxxxx[Aus dem Französischen übersetzt von Frank Heibert]

 

Obiger Satz gehört mit seiner besonderen Pointe natürlich viel mehr dem Übersetzer als dem Autor des Buches und ist auch nur in der Heibert’schen Neuübertragung von 2019 zu finden [in der alten Version hieß es an gleicher Stelle: „Ich bin frei wie die Luft.“]. Doch paßt er in seiner Eigenart perfekt zum Bild des französischen Originals, dessen Spiel mit Sprache und phonetischer Notation [à la: es steht mir frei, wie ich meiner Schreibwege gehe] ein wichtiges Merkmal dieses vergnüglich-kecken Romans ist.
xxxxxDie alte Übersetzung von Eugen Helmlé aus dem Jahr 1960 ist zwar auch nicht schlecht, klingt im großen und ganzen aber doch etwas „hölzerner“ als die Heibert’sche Neufassung, welche ich mit derart gesteigertem Lesevergnügen genossen habe, daß ich dem Roman danach, statt der zuvor verliehenen 4,5 pelikanesischen Bewertungspunkte, das Maximum von 5 Sternchen zukommen lassen mußte. Ein Hoch auf Queneau und Heibert!