Neues vom OTZ Konzern (1)

Oktober 2014

Ältere Mitbürger werden sich noch an die Blütezeit des Duisburger OTZ Konzerns in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erinnern können, der vor allem durch die Ausrichtung zweier dreitägiger Musikfestivals im Zentrum Eschhaus, durch die Herausgabe von acht „Waren“-Katalogen, neun Büchern einheimischer Autoren, einem Kunstkalender, einem Comicband, zwei Lexika und natürlich auch aufgrund der Produktion von Hunderten dieser rund 100 cm² großen dreiteiligen roten (und für die Motorradabteilung später auch grünen) OTZ Aufkleber, die vor allem die Karosserien ungezählter PKWs im In- und Ausland geziert haben, unvergessen geblieben ist.

Wirklich unvergessen?

Dem nachzugehen machten sich in diesen Tagen Starreporter Nat Schriller und A.S.H. Pelikan, Leiter der OTZ Konzern Nebengeschäftsstelle Duisburg Neudorf, auf den Weg. Doch nicht ein einziges dem Zahn der Zeit starrsinnig trotzendes T oder Z oder O auf einem verrosteten Kotflügel im stillsten Winkel eines lokalen Schrottplatzes, nicht das winzigste Stückchen Konzertplakat an der Mauer eines entlegenen Viertels unserer Stadt, nicht der kleinste zerlesene Prosaband inmitten reichhaltigster Sperrmüllhaufen waren trotz stundenlanger angestrengter Suche im heutigen Stadtbild noch aufzuspüren, so daß alles darauf hinzudeuten schien, daß auch die letzten sichtbaren Überbleibsel dieser vor nur drei bis vier Jahrzehnten noch mehrfach zum beliebtesten Konzern der Stadt gewählten Organisation inzwischen vollkommen – dem sagenhaften Atlantis nicht ganz unähnlich – von der Oberfläche dieses Planeten getilgt worden seien.

Doch dann, als die erfolglosen Entdecker bereits tiefbetrübt den trostlosen Heimweg angetreten hatten, fiel ihnen beim Passieren einer unscheinbaren Toreinfahrt ein eigentlich recht schäbiges aber nichtsdestotrotz überaus glorreiches Graffito ins Auge, das ihnen den Glauben an die echten Werte dieser schnellebigen Zeit im Bruchteil einer Sekunde wieder zurückzugeben vermochte. O happy day!

Starreporter Nat Schriller (links) – hier in einer seiner vielen Verkleidungen – und OTZ Konzern-Prokurist Pelikan präsentieren voller Stolz den historischen Hinweis auf die Unvergänglichkeit eines wahren Duisburger Weltkulturerbes.

P.S.: Wer nun aber doch nicht die Augen vor der bitteren Wahrheit der Kehrseite dieser Medaille verschließen möchte, braucht nur auf diesen Link zu klicken.