Neues von Pelikan und Julius

Meine letzte literarische Veröffentlichung in Buchform liegt schon eine ganze Weile zurück und ist eine Erinnerung ans Eschhaus gewesen, die ich für die 1994 erschienene Anthologie „Duisburg auf den zweiten Blick“ geschrieben und – aus gegebenem Anlaß: 30 Jahre Eschhaus zu! – vor einem Monat auf dieser Webseite wiederveröffentlicht habe.

Frage: Hat es (von Beiträgen zum Eschhaus-Heft abgesehen) im letzten Jahrhundert eigentlich auch pelikanesische Veröffentlichungen in Zeitschriften gegeben?
Antwort: Ich kann mich an keine erinnern – aber was heißt das schon bei schlechter werdendem Gedächtnis…

Aufs neue Jahrhundert bezogen würde meine Antwort auf diese Frage jedoch anders ausfallen, womit auch mein Umzug vor 10 Jahren nach Duisburg Neudorf etwas zu tun gehabt haben dürfte. Als Neu-Neudorfer und großem Bücherfan hatten mich meine Neu-Wege natürlich auch mal in Helmut Loevens nahegelegene Buchhandlung „Weltbühne“ [Gneisenaustraße 226] geführt, die ich auch heute noch alle paar Monate aufsuche – allerdings weniger, um nach Büchern zu forschen [ich besitze inzwischen genug], sondern mehr, um ein wenig mit dem Chef zu plaudern. [Und bei einem dieser Geplaudere hatte ich eines Jahres auch mal Marvin Chlada kennengelernt – was sich im nächsten Abschnitt noch als bedeutungsvoll erweisen wird.]

Aufgrund meiner neuen Bekanntschaft mit Helmut Loeven [zu Eschhauszeiten bin ich noch zu „klein“ und zu selbstbewußtlos für interessante Gespräche mit ihm gewesen] hat es sich dann auch ergeben, daß mal zwei Pelikan-Texte in „Der Metzger“ [Loevens seit 1968 herausgegebener Alternativzeitschrift] abgedruckt worden sind: einer, der zuvor schon auf meiner Webseite zu lesen war, und einer, der noch nicht auf meiner Webseite zu lesen war. Und weil es sich bei letzterem um eine lupenreine Erstveröffentlichung gehandelt hat, möchte ich diesen Beitrag [zu dem mich Marvin Chladas Sohn Julius inspiriert hat] nun endlich auch noch allen Nicht-Metzger-Lesern [von denen es immer noch erschreckend viele zu geben scheint] präsentieren. Nicht-Metzger- und Nicht-Pelikan-Website-Leser [von denen es ebenfalls noch erschreckend viele zu geben scheint] werden allerdings auch weiterhin in die Röhre gucken müssen, bis mein in Arbeit befindliches neues Buchprojekt („Am Morgen nach der Nacht davor“) vielleicht doch eines Jahres mal fertiggestellt sein wird. Hier also ein erster (wenn auch nur ganz kleiner) Vorgeschmack darauf:

 

Julius der Filius
fuhr in einem Omnibus
nach Hause.

Er trug Regenkleidung grün,
Stiefel rot und glänzend schön,
kam dann heim und ging
unter die Brause.

(September 2015)