Noch ein 40,5-Jahre-Jubiläum (und ein bisher unveröffentlichter Song)

11. April 2017

Im November 2012 hatte ich vorgehabt, mein 40-Jahre-Bühnenjubiläum mit einem Konzert zu feiern, das vor allem durch Gastmusiker zu etwas Besonderem werden sollte. Leider hatte ich mich bei der Generalprobe [um meine Gesangskollegen zu beeindrucken oder so] aber ziemlich ins Zeug gelegt und [bin halt nie ein Profi gewesen] dermaßen überanstrengt, daß eine Stimmbandüberdehnung die Folge war und der Auftritt deshalb abgesagt werden mußte, da ich am entscheidenden Tag weder singen noch richtig sprechen konnte. Das Konzert wurde ein halbes Jahr später zwar nachgeholt, doch entsprach es nun nicht mehr dem 40-Jahre-danach-Termin, so daß die neuen Plakate deshalb mein „40,5-Jahre-Bühnenjubiläum“ ankündigten.

Und im Nachhinein fand ich die 40,5 auch viel interessanter als diese langweilige glatte 40, was mich dann auf die Idee brachte, in Zukunft auch noch weitere 40,5-Jahre-Jubiläen begehen zu können. Und heute ist das erste davon dran.

Vor auf den Tag genau 40,5 Jahren hat in Rammis Zimmer bei dessen Eltern in Duisburg Marxloh meine erste große Aufnahmesession mit eigenen Liedern stattgefunden. Mikrophone und Bandmaschine hatten wir vom Eschhaus entliehen, und so machten wir uns an die Arbeit und nahmen am 11. und 12. Oktober 1976 insgesamt sechzehn Lieder auf. Weil Bandmaterial damals aber [zumindest für uns beide, die wir – mit 22 und 21 Jahren – noch über kein regelmäßiges Einkommen verfügten] recht teuer war, hatten wir nur ein einziges Tonband zur Verfügung, so daß wir sparsam mit dessen Platz umgehen mußten und uns keine „Alternate Takes“ leisten konnten. Nach jeder Aufnahme wurde sogleich entschieden, ob diese Version gut genug war oder im nächsten Versuch überspielt (und unwiederbringlich gelöscht) werden würde.

Von den sechzehn „Live in Rammi’s Room“-Songs haben es acht schließlich auf meine 2009 erschienene Doppel-CD „The Wizard of OTZ“ geschafft, und ein bis dato unveröffentlichter wird zur Feier des Tages nun auch hier zu hören sein.

Real Good Mama“ habe ich im Mai 1974 geschrieben, und zwar als Geburtstagsgeschenk für meine Mutter – weil mir nichts Besseres eingefallen war und ich für andere Geschenke sowieso keine Knete hatte. Der Text ist allerdings ziemlich banal [1. Strophe: „Mutter find‘ ich gut.“ / 2. Strophe: „Morgen wird sie 52.“ / 3. Strophe: „Im nächsten Jahr dann 53.“], was vermutlich auch den Ausschlag dafür gegeben hat, dieses Stück nicht auf die Wizard-CD zu packen. Aber so kann ich euch heute wenigstens noch eine bislang unveröffentlichte Pelikan-Aufnahme präsentieren:

 

real-good-mama.mp3

 

P.S.: Die „Live in Rammi’s Room“-Session ist allerdings nicht die früheste Sammlung von Pelikan-Songs gewesen. In den frühen 70er Jahren bin ich mit dem Duisburger Gitarristen Pete Eckardt befreundet gewesen, der ein Tonbandgerät besaß und mich, jedesmal wenn ich ihn besuchte, dazu ermunterte, auch kurz mal meine neuesten Lieder vorzuspielen, um sie bei der Gelegenheit gleich mitzuschneiden. Im Booklet meiner Wizard-of-OTZ-CD wurde dann mitgeteilt, daß Petes Mutter dieses Tonband später mal weggeschmissen habe – was ich aber wohl falsch in Erinnerung hatte, da er mich kürzlich darüber in Kenntnis setzte, daß das Band irgendwann mal verliehen wurde und der neue Besitzer es dann verschlampt habe. Also: Petes Mama war unschuldig! Was uns diese (zumindest historisch gesehen) hochinteressanten frühen Pelikan-Aufnahmen allerdings auch nicht zurückzubringen vermag. Aber egal, weil ich damals ohnehin noch nicht auf der Höhe meiner späteren Liederschreibkunst [die bei Real Good Mama übrigens auch noch auf sich warten hat lassen] gewesen bin.

P.P.S.: Und übermorgen fahre ich zum Rammi. Und was haben wir da vor? Na klar: Aufnahmen machen. Und zwar für die Bonus-CD meines neuen Songbook-Projekts.