4 Jahre Pelikanesische Webseite

23. Juli 2014

Schnell und modern! Diese beiden Attribute treffen gewißlich nicht auf den Duisburger Musiker und Schriftsteller A.S.H. Pelikan zu, der sein erstes literarisches Werk (ein fotokopiertes 30-Seiten-Heftchen in sehr kleiner Auflage) zwar schon im Alter von Zwanzig vorlegte, den ersten eigenen Tonträger jedoch erst 34 Jahre später nachlegen konnte.
……..Drei weitere beeindruckende Daten aus Pelikans langsamem Leben:
– erster Telefonanschluß im Alter von 39 Jahren,
– erste eigene Wohnung im Alter von 53 Jahren,
– und mit 60 Jahren (also jetzt) immer noch nicht per Handy erreichbar.
……..Da grenzt es doch fast schon an ein Wunder, daß ich eine eigene Website besitze, oder? Und das auch schon seit – heute auf den Tag genau – vier Jahren. Herzlichen Glückwunsch!

Die „Modernisierung“ meines Leben begann aber schon wesentlich früher, als ich zu Ende der 80er Jahre meine Gitarrenkurse an der Volkshochschule Duisburg [„Pelikan, warum gibst du eigentlich keinen dritten Kurs? Kannst du nicht besser spielen?“] entscheidend auszubauen begann und dadurch auch etwas mehr Geld erwirtschaftete, durch das ich mir einige neue Geräte (die etwa 10 Jahre vorher einmal der modernsten technischen Entwicklung entsprochen hatten) zulegen konnte:
1989 erwarb ich meinen ersten Walkman (für Audiokassetten),
1990 meinen ersten Computer (einen Atari ST) und
1991 meine erste CD. Oder besser gesagt: gleich 48 auf einen Schlag, die (alle von Frank Zappa) gerade bei Zweitausendeins im Angebot waren. Und ein halbes Jahr später kaufte ich mir auch einen CD-Player, da ich mir beides zusammen (Player plus CDs) zuvor nicht hatte leisten können und auf Player plus nur einer CD oder so absolut keine Lust gehabt hatte. Kurz vor dem Jahrtausendende bekam ich dann noch einen neueren (gebrauchten) Computer (mit Modem für E-Mails und so), und 2001 sicherte ich mir einen Domain-Namen für eine geplante Webseite, die jedoch erst 9 Jahre später verwirklicht werden sollte. Eigentlich brauche ich ja überhaupt keine Homepage – hatte ich immer gedacht -, doch nachdem ich an meinem letzten schriftstellerischen Großprojekt [mit dem ich mich von 1993 bis ’97 herumgequält hatte] auf ganzer Linie gescheitert war, sah ich eine Webseite als die perfekte Möglichkeit an, um interessierten Lesern eine Auswahl meiner literarischen Arbeiten zu präsentieren, ohne mir gleichzeitig Kosten für den Druck eines Buches oder so aufhalsen zu müssen.
……..Das Problem war nur, daß ich keine Ahnung hatte, wie man eine Webseite einrichtet, so daß ich dabei auf fremde Hilfe angewiesen war, ohne aber die finanziellen Mittel zu haben, um einen Profi dafür engagieren zu können. Doch gab es ja damals schon genügend Amateure, die glaubten, das ebenfalls locker auf die Reihe zu kriegen, was mir in den Folgejahren insgesamt vier verschiedenen „Website-Helfer“ bescherte, von denen einer auch schon 250 € Arbeitsaufwandsentschädigung bekommen hat, ohne daß  jemals etwas meinen Vorstellungen auch nur einigermaßen Entsprechendes dabei herausgekommen wäre.
……..Mein zweites Problem war, daß ich ganz genau wußte, wie meine Webseite nicht aussehen sollte, nämlich auf keinen Fall so, wie die von anderen Duisburger Musikern, also mit schwarzem Hintergrund und deutlichem Rand auf der rechten und linken Bildschirmseite und so. Meine Internetseite sollte hell sein und den kompletten Monitorbereich ausfüllen und neben der Startseite noch jede Menge Unterseiten und Schubladen in weiteren Schubladen enthalten. Auf Ebene 1 z.B. sollte sich der Ordner „Literatur“ befinden, in dem auf Ebene 2 zwischen „unveröffentlichten und veröffentlichten Werken“ auszuwählen wäre, bis auf Ebene 3 die einzelnen „Bücher“ aufgelistet würden und auf Ebene 4 endlich die Texte der zur Veröffentlichung ausgewählten „Geschichten“ einsehbar sein sollten. Und gleichzeitig müßte in einer Spalte am linken Rand immer ersichtlich sein, auf welcher Ebene man sich gerade befände. – Und falls ihr jetzt nicht wirklich verstanden haben solltet, wie ich das Ganze gemeint habe, wärt ihr in guter Gesellschaft, denn meine Homepage-Helfer und ich sind bei der Diskussion über genau diese Punkte eigentlich auch nie zu einer klaren Linie vorgedrungen, die darauf hätte schließen lassen, daß jeder wirklich kapiert hatte, was der andere tatsächlich meinte und wollte. Mir war lediglich klargeworden, daß meine Vorstellungen wohl sehr unpraktikabel und größtenteils wohl auch gar nicht umsetzbar seien, so daß ich das Homepage-Projekt nach einigen Jahren schließlich wieder aufgab … denn wenn ich ehrlich war, konnte ich auch weiterhin sehr gut ohne eine Webseite leben.

Das änderte sich dann aber im Oktober 2009, als ich meine zweite CD mit dem Hinweis auf Songtexte, die auf meiner Webseite einzusehen wären, herausbrachte, ohne daß ich irgendeine konkrete Aussicht hatte, meine seit 8 Jahren lediglich aus dem „Diese Seite wurde vor kurzem freigeschaltet und befindet sich im Aufbau“-Satz bestehende Homepage auf den rechten Weg zu bringen. Also machte ich erstmal mit der nächsten CD weiter, für die ich ein dreiviertel Jahr später dann die allerletzte Booklettext-Korrektur vornahm, mich am nächsten Tag – dem 21. Juli 2010 – nach einer neuen Aufgabe umzusehen begann und wieder mal beim Thema „Webseite“ landete. Mani, mein Bookletdesigner in Bonn, besaß derer gleich zwei [eine für Fotos], und so rief ich ihn einfach an und fragte, wer die denn gemacht hätte und wie schwierig und langwierig das gewesen sei. Überraschenderweise erklärte er mir, die Seiten selber gestaltet zu haben. Er sei zwar kein Experte, meinte er, konnte mir in dem Telefonat aber doch recht gut vor Augen führen, welche Mißverständnisse vermutlich zwischen den Ansichten meiner damaligen Helfer und meinen eigenen Vorstellungen geherrscht hatten, so daß ich wirklich begriff, wie meine nur geringfügig zu verändernde Grundidee tatsächlich umsetzbar sein würde. Abends beschloß ich dann, a) Mani anderntags zu fragen, ob er nicht auch meine Webseite basteln könne und b) diese erstmal eine „Notpage“ mit nur den im CD-Booklet versprochenen Songtexten werden zu lassen, weil ich die pelikanesischen Literatursachen damals immer noch für das Wesentliche des ganzen Projekts hielt.
……..Am nächsten Tag, dem 22. Juli, rief ich Mani also erneut an, und nach einer halben Stunde konnten wir uns bereits auf das WordPress-Programm einigen, das ihm nicht übermäßig viel Arbeit bereiten würde und mir vor allem die Möglichkeit gäbe, jede Menge Textbeiträge selber zu aktualisieren, ohne mich mit der HTML-Computersprache herumschlagen zu müssen, wie es mir meine Helfer vor Jahren in Aussicht gestellt hatten. Mani meinte, daß er am folgenden Tag gleich damit beginnen könne, so daß ich ihm das Material für den ersten Inhalt noch am selben Abend zusandte. Und am 23. Juli 2010 machte Mani sich dann wie versprochen an die Arbeit und konnte mich am selben Nachmittag schon mit der Nachricht beglücken, daß meine Webseite jetzt online wäre. Sie bestand zu dem Zeitpunkt zwar nur aus insgesamt 20 Songtexten von meinen ersten beiden CDs, doch war das wirklich Sensationelle an dieser Page die Tatsache, daß wir in wenig mehr als 48 Stunden das auf die Beinen gestellt hatten, wofür vorher mehrere Jahre nicht ausgereicht hatten. Danke, Mani!

Seitdem sind also 4 Jahre vergangen, und die pelikanesische Webseite hat sich in eine doch etwas andere Richtung als zunächst gedacht entwickelt. Nach den 20 Songtexten hatte ich den Menüpunkt „Listen“ entworfen und fünf Wochen nach dem Homepage-Start mit der „Zeittafel“, den „Top-5-Listen“ und dem „Bücher-Guide“ [die alle schon seit Jahren mehr oder weniger fertig waren und nur darauf warteten, endlich auch mal veröffentlicht zu werden] gefüllt und nochmal einen Monat später auch die „Musiker Top 200“, die „Verkaufs-Charts“, den „MSV-Geburtstagskalender“ und „Tims Fahrkünste“ nachgeschoben. Im Sommer des folgenden Jahres (2011) kamen die Seiten zu meinen (dann insgesamt schon) 4 veröffentlichten CDs mit Hörbeispielen und so hinzu, und so ging es langsam Stück für Stück weiter. Aber erst im Jahr 2013, als ich einen ersten, kleinen, einwöchigen Weblog zur Neuansetzung meines sechs Monate zuvor wegen Krankheit ausgefallenen Bühnenjubiläums veröffentlichte, kamen auch mehr Beiträge zu aktuellen Geschehnissen hinzu, die seit neuestem auch von Beiträgen zu möglicherweise überhaupt nicht geschehenen Geschehnissen ergänzt werden. Ansonsten freue ich mich schon sehr darauf, euch in Kürze auch mit Starreporter Nat Schriller, dem neuesten Stern am Duisburger Journalistenhimmel, bekanntmachen zu können, während von den pelikanesischen Literaturbeispielen auch nach vier Jahren noch nichts zu entdecken ist; doch habe ich die Hoffnung darauf noch lange nicht aufgegeben, da mein 7 Jahre währendes CD-Liederwerkschau-Projekt in Kürze abgeschlossen sein soll und ich dann auch wieder mehr Zeit für anderes haben werde.

Dann bis dann, und bleibt gesund und nutzt den Tag.