12 Jahre Euromünzen

Januar 2014

Im Januar des Jahres 2002 war es schließlich so weit, daß das Euro-Bargeld eingeführt wurde. Natürlich war auch ich gespannt darauf, wie die Vorder- und in jedem Land individuell gestalteten Rückseiten der Geldstücke aussehen würden, doch interessierte mich von Anfang an viel mehr, wie lange es wohl dauern würde, bis man alle ausländischen Münzen im normalen Bezahl- und Wechselgeldverkehr mindestens einmal in die Finger bekommen haben würde. Und so machte ich (obwohl an Numismatik bis dahin nicht die Bohne interessiert) ein kleines Spielchen daraus, jedes neuerworbene Geldstück etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Außer den deutschen waren ab 2002 ja noch die aus Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien auf den Markt gekommen, während ich bei denen aus Monaco, San Marino und Vatikanstaat (wegen ihrer geringen Auflagenhöhe) ohnehin nicht mit einem Auftauchen in meinem Portemonnaie gerechnet hatte.

Inzwischen sind also 12 Jahre vergangen, und von den insgesamt 88 (11 x 8) ausländischen Münzen (die der drei Zwergstaaten außen vorgelassen) fehlen mir immer noch drei: ein 1-Cent-Stück aus Griechenland, ein 2-Cent-Stück aus Portugal und ein 2-Cent-Stück aus Finnland. Mit den finnischen Münzen hat es übrigens eine besondere Bewandtnis, da 1- und 2-Cent-Stücke im dortigen Zahlungsverkehr überhaupt keine Rolle spielen (weil die Endsumme immer auf einen durch 5 Cent teilbaren Betrag auf- oder abgerundet wird) und deshalb nur in sehr geringer Auflage geprägt worden sind. Und obwohl ich aus dem Grund überhaupt nicht mit Kleinstgeld aus diesem Land gerechnet habe, ist mir am 4. August 2011 eine finnische 1-Cent-Münze ins Netz gegangen, als ich im Bahnhof ein Killer-Sudoku-Heft gekauft habe.

Zu den übrigen 84 Münzen gibt es aber kaum interessante Geschichten zu erzählen, so daß jetzt nur noch eher statistische Sachen folgen:
– Im ersten Jahr (2002) fand ich 32 verschiedene ausländische Münzen in meinem Wechselgeld. Im zweiten Jahr 14, im dritten 7, und in den darauffolgenden 5, 7, 7, 4, 3, 1, 4, 0 und 1.
– Meine erste nichtdeutsche Münze war ein 50-Cent-Stück aus Belgien, das ich am 30. Januar 2002 beim Schokoladenkauf an der Trinkhalle erhalten habe. Und die bisher letzte war ein luxemburgisches 1-Cent-Stück, ergattert am 23. Mai 2013 bei Edeka.
– Am Ende des ersten Jahres lagen Frankreich und die Niederlande mit jeweils 6 Münzen in meiner Sammelschale in Führung, und als erstes komplett hatte ich Frankreich (am 14. Juli 2003), gefolgt von den Niederlanden (29. September 2003) und Spanien (14. Oktober 2003). Danach gingen Italien und Österreich ins Ziel (beide am 2. Juli ’04), dann Belgien (Oktober ’05), Irland (April ’10) und Luxemburg (Mai ’13).

– Ich habe allerdings auch nach Geldstücken der später hinzugekommenen Euromünzenländer Slowenien (seit 2007), Malta (2008), Zypern (2008), Slowakei (2009) und Estland (2011) Ausschau gehalten und bin bislang mit 5 Münzen aus Slowenien und je einer aus Malta, Zypern und der Slowakei belohnt worden.
– Zusätzlich gibt es aber auch noch einige 2-Euro-Gedenkmünzen, von denen mir aber nur die deutsche Bundesländer-Serie gefällt.
– Von den Sammlermünzen, die (im Gegensatz zu den Gedenkmünzen) jeweils nur im Herstellerland gültiges Zahlungsmittel sind, habe ich mir nur ein ganz bestimmtes 10-Euro-Stück zugelegt und war dann doch sehr überrascht, bei meinen Recherchen für diesen Artikel festzustellen, welche anderen Münzen es in Europa neben solchen, die vom Nennwert her den Banknoten folgen (5, 10, 50, 100 und 200 Euro), außerdem noch gibt:
– 0,25 Euro (Frankreich, Portugal)
– 1,5 Euro (Frankreich, Österreich, Portugal)
– 2,5 Euro (Portugal)
– 3 Euro (Slowenien)
– 7 Euro (Luxemburg)
– 7,5 Euro (Portugal)
– 8 Euro (Portugal)
– 12 Euro (Estland, Spanien)
– 12,5 Euro (Belgien)
– 15 Euro (Frankreich, Irland)
– 25 Euro (Belgien, Luxemburg, Österreich)
– 30 Euro (Slowenien)
– 300 Euro (Spanien)
– 2000 Euro (Österreich)
– und als krönender Abschluß österreichische 100.000-Euro-Münzen, von denen allerdings nur 15 Stück geprägt worden sind, die jede mehr als 31 kg wiegen. Die spinnen, die Österreicher!

P.S.: Und falls jemand nun auf die Idee gekommen sein sollte, mir bei nächster Gelegenheit mal eine griechische 1-Cent- oder finnische oder portugiesische 2-Cent-Münze zu schenken … vergeßt es, denn ich akzeptiere nur solche Geldstücke, die ich im normalen Zahlungsverkehr erworben habe.
P.P.S.: Vielleicht würde ich bei der 100.000-Euro-Münze aber doch mal eine Ausnahme machen.
P.P.P.S.: Also ruhig her damit.
P.P.P.P.S.: … obwohl ich absolut nicht wüßte, wie ich an ein passendes Portemonnaie für solch einen Oschi gelangen könnte.

Nachtrag, Ende Juli 2014
Nachdem ein halbes Jahr vergangen war, ohne daß ein weiteres mir noch fehlende Geldstück in meinem Portemonnaie gelandet wäre, hatte ich beschlossen, die ganze Aktion abzubrechen und fortan nicht mehr jeden Cent umzudrehen (was mir nach zwölfjähriger Gewohnheit allerdings gar nicht so leicht fällt). Und dann schenkte ich das finnische 1-Cent-Stück einem Sammler und hatte danach noch 43,01 € in ausländischen Münzen zum Ausgeben über, die ich wenig später in ein CD-Set investiert habe, das mich – wie ich mir einbildete – statt 59,99 € dann nur noch 12,98 € gekostet hat. Gut so.